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Isolation und so…
Heute ist wieder einer der Tage, an denen ich mich am liebsten von der Außenwelt isolieren würde. Ganz alleine in den dunklen Wald und einfach rennen. Ohne Sinn und Verstand losrennen und mich von all dem Druck, der einen mit seiner ganzen Kraft die Kehle zuzuschnüren versucht, zu lösen.
Vor dem langweiligen und zugleich erdrückenden Alltag zu fliehen, der einem alles andere als Freude bereitet. Angestaute Wut in Form von Tränen und dem Wunsch danach, Gegenständen oder anderen Menschen Gewalt anzutun. An solchen Tagen wünsche ich mir völlig allein auf der Welt zu sein. Mit Kopfhörern in den Ohren und nicht anderes als den tollen Klängen der Musik zu lauschen. Ich schaue mich um und niemand ist da. Keine Menschenseele nervt mich und mit niemandem muss ich ein Wort wechseln.
Kein blöder Fernseher mit dümmlichem Programm, der einem überhaupt erst die Langeweile bringt und uns dazu verführt, vor ihm ununterbrochen zu essen.
Ich wünsche mir eine utopische Welt, in der alle Menschen glücklich sind. Eine Welt, in der ich mich nachts in einen verlassenen Wald setzen kann, ohne Angst davor zu haben, irgendwo vergewaltigt und dann ermordet zu werden. Wahrscheinlich hätte ich dann manchmal auch nicht das Bedürfnis, mich von der schändlichen und charakterlosen Welt abzuwenden.
Auch wenn ich ansich zufrieden mit meinem Leben bin.
Add comment 2009/01/22
Tiffy
Der Tag des nie Erhofften tritt am Freitag ein. Noch zwei Tage, bis ich bitterlich in Tränen ausbrechen werde.
Nicht nur, dass ich mich momentan in meiner Haut sowieso schon unwohl fühle, Freitag werde ich einen Teil meines Lebens aufgeben müssen. Auch wenn das für andere kitschig klingen mag, es geht um eine Katze. Eine Katze, die mir seit Juni 2007 sowohl Kummer als auch unendlich viele Freuden bereitet hat, muss uns verlassen und bekommt ein neues zu Hause. Tiffy, die kleine dicke Katze, die wir im Juni aufgenommen haben, weil sie so schlecht behandelt wurde und wir dies einfach nicht mit ansehen konnten, war all die Strapazen wert, die wir mit ihr erleben durften.
Sie war all meine schlaflosen Nächte wert, in denen sie in ihrem Klo scharrte oder laut Brekkies fraß, sie war die vielen Narben auf meinen Armen wert, sie war das mir ins Gesicht springen wert, sie war die Löcher in meinen Vorhängen wert, sie war sogar das Fallen in Fäkalien wert, als sie uns kurzzeitig weglief und wir drei Stunden an einem Parkplatz verbrachten, illegaler Weise einen Zaun durchtrennten, uns die Arme verkratzten, die Haare ausrissen und Spinnen auf dem Kopf hatten und zu guter letzt war sie es mehr als wert, über eine gewisse Person gestellt zu werden, die glücklicherweise nicht mehr in meinem Leben existent ist. Leider habe ich sie damals nicht übergeordnet, doch hätte ich es tun sollen, denn diese Katze hat[te] es weiß Gott mehr verdient, in meinem Bett zu schlafen und ein eigenes Kissen zu besitzen.
Tiffy war das fehlende Stück in unserem Katzenbunde. Nachdem uns Mikesch, ein kleiner weiß-roter Kater, den wir damals bei uns im Garten gefunden haben und ihm mit Mühe und Not unser Vertrauen schenkten infolge eines Abzesses verteilt in seinem ganzen Körper, vor sechs Jahren im Alter von sechs Monaten verlassen musste, brach für uns eine Welt zusammen.
Immer wieder wollten wir eine kleine rote Katze, die unseren Katern Gesellschaft leisten konnte und dann fanden wir Tiffy, die erst Molly und dann Babara hieß.
Leider jedoch wurde daraus keine Freundschaft. Bis heute bekriegen sich vorallem Felix und Tiffy und man hört hier nur lautes Katzengeschrei. Nun wohnt Tiffy fast seit Anfang an in meinem Zimmer und man soll sich hüten, die Türe zu öffnen. Sonst gibt es Kämpfe. Nach jeglichen gescheiterten Versuchen wie auch homöopathischen Mitteln zur Beruhigung, mussten wir die Hoffnung aufgeben, dass hier Frieden unter den Katzen herrscht. Leider ![]()
Keine Katze sollte ihr Leben in einem nicht einmal 16qm² großen Zimmer verbringen und immer auf Aufmerksamkeit hoffen, während ich am Pc sitze, esse oder Hausaufagben mache.
So leid es mir tut und so sehr es mir auch das Herz bricht trotz der Unannehmlichkeiten vorallem der letzten Wochen, Tiffy abzugeben, es wird das beste für sie sein.
Ich fühle mich wie eine Mutter, die ihr Kind zur Adoption freigibt und Angst hat, in Vergessenheit zu raten. Ich werde Tiffy unendlich doll vermissen. Sie war die Katze, die ich mir immer gewünscht habe. Ein verschmustes, anhängliches, dauer schnurrendes Wesen mit einem Hang zur Brutalität.
Freitag wird einer der traurigsten Tage meines Lebens. So makaber das auch klingt, aber der Gedanke an dieses Szenario bereit mr mehr Wehmut als der Tod meines Großvaters vor einigen Jahren.
Man kann es krank nennen, aber das ist Tierliebe.
Man nennt mich nich umsonst auch mal die Katzenlady.
2 comments 2007/12/05