Beiträge getaggttraurig

Verloren.

Inside outside von Delirious. Man kann es quasi als unser Lied bezeichnen.
Nach einigen Liebes- und Hassphasen fanden wir am Ende doch wieder zusammen und hörten häufig dieses Lied. Wir verbrachten Nächte miteinander, aßen Kekse, tranken Kakao, fuhren zu Burger King und aßen dort ohne Hände. Unendlich viele Stunden voller Spaß und Freude, bis wir vor Lachen Tränen in den Augen und Schmerzen in unserem Bauch hatten.
Wir verbrachten bis auf ein paar Ausnahmen jedes Wochenende miteinander und teilten die gemeinsame Leidenschaft des Alkoholkonsums, die wir auch zeitgleich wieder aufgaben. Wir menstruierten sogar zeitgleich. Wir erfanden eine terracotta- farbene Aura, die wir jedem unter die Nase rieben und uns immer wieder zum Strahlen brachte, wenn wir in ein und derselben Sekunde das Selbe dachten.
Sie war immer die jenige, die mir offen ins Gesicht sagte, wenn ihr etwas an mir nicht passte, insbesondere ging es dabei um meine Schminke, Kleidung etc. Alles was ich schön fand, kritisierte sie.
Und das war gut so. So war sie und liebte nicht das, was ich liebte.
Aber das ist nicht mehr so. Angefangen mit Kleinigkeiten, die ganz normal hinzunehmen sind bis hin zu Veränderungen, die sie einfach nie verkörpert hat.
Wieso wird sie zu solch einer Art Person, die sie immer für absonderlich hielt? Tausend kleine Details machen sich an ihr breit. Details, die sie immer hässlich fand und nie von zu träumen gewagt hat.
Doch das ist nicht das Schlimmste. Sie veränderst sich. Sie passt sich an das Ideal einer Person an und das ist nicht richtig. Gerade sie sollte wissen, welche Folgen das haben kann.
Ich frage mich, wo der Mensch hin ist, mit dem ich mich einfach perfekt ergänzt habe?
Sie ist oberflächlich geworden, so leid es mir tut. Sie ist nicht mehr der Mensch, der sie vor Kurzem noch war. Sie ist die Person, die jemand anders haben will. und ich habe nicht mehr das Gefühl, dass unsere Aura noch existiert. Ihre Farbe geht über in ein tiefes und leeres Schwarz.
Warum wird sie zu so einer Art Person, die sie nie sein wollte? Solch eine, über die sie immer zu schlecht reden vermochte…
Der Einfluss anderer soll sie all die Jahre davon abgehalten haben? Aber dann frage ich: Wo ist ihre eigene Persönlichkeit gewesen, wenn sie bei so etwas nicht im Stande war, ihre angeblich wahre Meinung zu vertreten?
Aber eher glaube ich, dass sie ihre Persönlichkeit erst jetzt verloren hat. Gewisse andere Menschen hatten schon Recht, als die das Verlieren von Prinzipien ansprachen.
Sie ist nicht mehr sie…

Add comment 2008/04/14

Wie soll’s nur weiter gehen?

Mal abgesehen davon, dass meine Fleischeslust zurückgekehrt ist, fehlt mir plötzlich jegliches Hungergefühl.
Ein Gefühl der Leere, des nichts Wissen und der Hilflosigkeit.
Was ist los mit mir? Ich genieße die Stunden des Glückes und sobald ich allein bin, weiß ich nicht wohin mit mir.
Tränen von meinen Wangen laufend, halte ich den Druck meiner eigenen Zukunftspläne einfach nicht mehr aus. Ein täglicher Kampf, mich in die Schule zu bewegen, Phasen von Aggressionen und auch depressiven Gefühlen.
Jeden Kommentar meines Vaters überinterpretieren. Alles kommt mir so vor, als wolle er mir sagen, ich könne nichts. Dinge wie „Du brauchst dir keine Katze anzuschaffen erstmal, wenn du alleine wohnst, weil du dich eh nicht darum kümmern wirst“ wer sagt denn, dass ich jetzt auziehen will? Wer hat gesagt, was ich dann alles vorhabe? Wer hat gesagt, wie mein Leben verlaufen wird?
Ich weiß einfach nicht weiter. Als Notlösung das Freiwillige Soziale Jahr, für welches ich meine fertigen Berwebungen immer noch nicht abgeschickt habe.
Tausend Eindrücke vom Leben ohne sie verarbeiten zu können. Ich habe einfach keine Ahnung, was ich mit meinem Leben anfangen soll. Was soll ich mit Studieren, wenn ich jetzt schon den Willen verloren habe, etwas zu tun, ohne im gleichen Moment eine Belohnung zu erfahren.
Prüfungen über Prüfungen. Der Druck, noch so vieles zu tun müssen, unterdrückt den Willen, überhaupt etwas zu tun.
Und prompt habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nichts von dem tue, was ich mir vorgenommen habe.
Ich finde einfach keine Ruhe, in mich zu gehen und zu finden was ich suche. Geplagt von Selbstzweifeln und dem Gefühl nicht zu wissen was kommt oder besser kommen soll.
Was will ich denn bitte machen? Will ich wirklich meinen Job an mein Äußeres „anpassen“? Ich will nicht mit hohen Schühchen und Kleidung, in der ich mich nicht wohl fühle, in der Sparkasse stehen und Menschen beraten, bei denen ich schon einen Kotzreiz bekomme, wenn ich sie nur anblicke.
Duales Studium in Kooperation mit Aldi? Will ich das? Klar, verdienen würde ich gut, aber 1. nehmen die mich überhaupt? und 2.will ich das überhaupt? Ich weiß es nicht. Ich habe nicht einmal mehr annähernd irgendwelche Zukunftspläne.
Alle, die ich mal hatte, verworfen. Journalismus: Unmöglich!
Und plötzlich glaube ich auch nicht mehr an meine Fähigkeiten. Was kann ich denn überhaupt?
Ich kann nicht jahrelang versuchen, den richtigen Beruf zu finden und von mal zu mal enttäuschter zu sein.
Ich hasse es, nicht zu wissen, wie es weiter geht. Ich hasse es, zur Schule zu gehn ohne zu wissen, wofür ich mein Abi mache, ohne den Willen zu finden, mich wieder aufzuraffen. Keine 30 Tage mehr Schule und ich habe NICHTS getan. Wofür habe ich wiederholt?
Um der Zukunft zu entfliehen und der sorgenfreien Schule beizuwohnen. Aber sorgenfrei ist anders. Sorgenfrei war gestern.
„Tu dies! Tu das! Lern schön, sonst schaffst du nichts!“ Ich will einfach nicht. Warum dieses Tief, wenn nur noch so wenig Zeit bleibt? Vielleicht will ich unterbewusst ja gar nicht aus der Schule raus und drücke mich vor dem Leben danach. Ich weiß es nicht.
Das gleiche wie letztes Jahr. Aber noch einmal? NEIN! Nicht noch einmal.
Ich weiß wirklich nicht mehr was Sache ist. Was ich tun soll weiß ich. Aber ich kann nicht. Diese Überwindung scheint im Moment eine unüberquerbare Hürde…

2 comments 2008/02/17


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