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Wie soll’s nur weiter gehen?

Mal abgesehen davon, dass meine Fleischeslust zurückgekehrt ist, fehlt mir plötzlich jegliches Hungergefühl.
Ein Gefühl der Leere, des nichts Wissen und der Hilflosigkeit.
Was ist los mit mir? Ich genieße die Stunden des Glückes und sobald ich allein bin, weiß ich nicht wohin mit mir.
Tränen von meinen Wangen laufend, halte ich den Druck meiner eigenen Zukunftspläne einfach nicht mehr aus. Ein täglicher Kampf, mich in die Schule zu bewegen, Phasen von Aggressionen und auch depressiven Gefühlen.
Jeden Kommentar meines Vaters überinterpretieren. Alles kommt mir so vor, als wolle er mir sagen, ich könne nichts. Dinge wie „Du brauchst dir keine Katze anzuschaffen erstmal, wenn du alleine wohnst, weil du dich eh nicht darum kümmern wirst“ wer sagt denn, dass ich jetzt auziehen will? Wer hat gesagt, was ich dann alles vorhabe? Wer hat gesagt, wie mein Leben verlaufen wird?
Ich weiß einfach nicht weiter. Als Notlösung das Freiwillige Soziale Jahr, für welches ich meine fertigen Berwebungen immer noch nicht abgeschickt habe.
Tausend Eindrücke vom Leben ohne sie verarbeiten zu können. Ich habe einfach keine Ahnung, was ich mit meinem Leben anfangen soll. Was soll ich mit Studieren, wenn ich jetzt schon den Willen verloren habe, etwas zu tun, ohne im gleichen Moment eine Belohnung zu erfahren.
Prüfungen über Prüfungen. Der Druck, noch so vieles zu tun müssen, unterdrückt den Willen, überhaupt etwas zu tun.
Und prompt habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nichts von dem tue, was ich mir vorgenommen habe.
Ich finde einfach keine Ruhe, in mich zu gehen und zu finden was ich suche. Geplagt von Selbstzweifeln und dem Gefühl nicht zu wissen was kommt oder besser kommen soll.
Was will ich denn bitte machen? Will ich wirklich meinen Job an mein Äußeres „anpassen“? Ich will nicht mit hohen Schühchen und Kleidung, in der ich mich nicht wohl fühle, in der Sparkasse stehen und Menschen beraten, bei denen ich schon einen Kotzreiz bekomme, wenn ich sie nur anblicke.
Duales Studium in Kooperation mit Aldi? Will ich das? Klar, verdienen würde ich gut, aber 1. nehmen die mich überhaupt? und 2.will ich das überhaupt? Ich weiß es nicht. Ich habe nicht einmal mehr annähernd irgendwelche Zukunftspläne.
Alle, die ich mal hatte, verworfen. Journalismus: Unmöglich!
Und plötzlich glaube ich auch nicht mehr an meine Fähigkeiten. Was kann ich denn überhaupt?
Ich kann nicht jahrelang versuchen, den richtigen Beruf zu finden und von mal zu mal enttäuschter zu sein.
Ich hasse es, nicht zu wissen, wie es weiter geht. Ich hasse es, zur Schule zu gehn ohne zu wissen, wofür ich mein Abi mache, ohne den Willen zu finden, mich wieder aufzuraffen. Keine 30 Tage mehr Schule und ich habe NICHTS getan. Wofür habe ich wiederholt?
Um der Zukunft zu entfliehen und der sorgenfreien Schule beizuwohnen. Aber sorgenfrei ist anders. Sorgenfrei war gestern.
„Tu dies! Tu das! Lern schön, sonst schaffst du nichts!“ Ich will einfach nicht. Warum dieses Tief, wenn nur noch so wenig Zeit bleibt? Vielleicht will ich unterbewusst ja gar nicht aus der Schule raus und drücke mich vor dem Leben danach. Ich weiß es nicht.
Das gleiche wie letztes Jahr. Aber noch einmal? NEIN! Nicht noch einmal.
Ich weiß wirklich nicht mehr was Sache ist. Was ich tun soll weiß ich. Aber ich kann nicht. Diese Überwindung scheint im Moment eine unüberquerbare Hürde…

2 comments 2008/02/17

Im ungewissen vergeht die zeit

manchmal frage ich mich, wo die zeit hingeblieben ist
die gute alte und vorallem schöne zeit.
in der schule sieht man neue gesichter. immer mehr verlassen sie.
und wenn man das jahr wiederholt, bemerkt man erst recht wie die zeit um einen herum vergeht.
auch wenn sie für dich indirekt stehen geblieben ist.
jedoch ist das alles ja auch was ganz neues.
jedes jahr erblickt man neue menschen und andere verschwinden einfach aus deinem leben.
und die kinder werden immer frecher. erst beklauen dich die fünftklässler und bei einem anderen mal rennen sie ein stück von dir weg und rufen dir dann „piercingfresse“ hinterher-.-
wo ist die gute alte zeit hin, in der wir mit zehn jahren noch nicht wussten, wie man ein kondom über ein erigiertes glied rollt?
die zeit, in der wir in der fünften klasse waren und angst vor „den großen“ hatten und man ausgegrenzt wurde, wenn man nicht heimlich auf dem klo mit geraucht hat.
heute sind die kinder so dreist, die stellen sich einfach rauchend auf den schulhof und beleidigen die lehrer, wenn ihnen etwas nicht passt.
in meinen momentanen zuständen der melancholie blicke ich immer wieder mit einem großen fragezeichen zurück in die vergangenheit, während ein noch größeres unerreichbar scheinendes fragezeichen vor der türe der zukunft verweilt.
es gibt momente, in denen ich einfach aus der ungewissheit heraus weinen möchte.
momente, die das leben aber auch nicht einfacher machen.
fragen wie: „wieso?“ „was wäre wenn?“ „warum?“ „wie?“ „wann?“ „was?“ dominieren diese momente der traurigkeit, zweifel und der verwirrtheit.
was tun?
nichts.
das ist die antwort!
wir können nichts tun.
niemand weiß, wie etwas anders hätte laufen können.
kein mensch hat eine garantie auf das leben.
und kein mensch hat eine reelle zweite chance um fehler wieder zu begleichen.
sachen geschehen und die meisten sind nie wieder rückgängig zu machen.
so ist es einfach. wir können uns für unsere zukunft bemühen.
aber wir sind einfach nicht fehlerfrei was man eben an der vergangenheit sieht.
die vergangenheit löscht sich mit der zeit einfach aus meinem gedächtnis, ohne dass ich die schönen augenblicke festhalten kann.
augenblicke, in denen ich vor lachen keine luft mehr bekommen habe.
augenblicke der gemeinheiten, in denen ich mich gut und überlegen gefühlt habe, auch wenn es unrecht war.
augenblicke, in denen mir gezeigt wurde, dass man mich liebt.
augenblicke, in denen einem klar wurde, dass das leben doch schöner sein kann als man immer wieder denkt.
augenblicke, die man einfach genossen hat.

ist das jetzt gut oder schlecht?
auch das weiß ich nicht.
weil ich eigentlich gar nichts weiß.
ich weiß nichts vom leben. ich habe keine ahnung.

Add comment 2007/11/19


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