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Résumé des Hebräischunterrichts

Ich komme dort an, und das erste was ich von ihr höre ist: „Ist es schädlich, mit dem Handy zu telefonieren? Ich habe letztens viel zu lange telefoniert. Eine ganze Stunde. Sagt mir mal. Wie schlimm ist das? Kann man davon krank werden?“
Meine Antwort war natürlich: „Ist doch scheiß egal. Wir werden eh alle sterben. So schlimm is dat au nich!“
Jedoch meinte Mrs. „oooh oh, ich weiß es, ja ääähm das is aaalso ähm ooooh, ich habs gleich!“
„Frau [...] das is schädlich, aber sie dürfen nur nich so viel telefonieren. Das liegt an den Strahlen. Die darf man nicht so lange am Kopf haben und man darf auch nicht neben Handys schlafen.“
Und Frau [...] bekannt unter alte Jungfer brachte dem ängstlich und schockiert entgegen, sie habe dies letztens gemacht. Total aufgewühlt hatte sie panische Angst, jetzt krank zu werden.
Oh nein, lasst uns die Mobiltelefone abschaffen, damit wir allesamt gesund an Altersschwäche sterben. Ohje wo bin ich da nur gelandet? In unserem Hebräischunterricht geht es einzig darum, dass unsere Anti- Lehrerein ständig versucht, auf ihre Ernährung zu achten, was die sich einem Pro- Ana Club annähernde Frau weiß Gott nicht nötig hat. Jedoch versucht sie Fette und Kalorien zu vermeiden und fragt uns andauernd was man alles essen darf und was nicht wie z.B. „Machen Äpfel dick? Macht Kuchen dick? Darf ich das essen?“ und dann bekommt sie immer einen Keks oder einen Riegel Schokolade von uns geschenkt, den sie genüsslich verzehrt, weil sie den ganzen Tag lang nichts gegessen hat.

Kurzer Einschnitt. American Dad. Folge: Stan wird magersüchtig.
Nachdem eine aus der Selbsthilfegruppe für Magersüchtige erzählte, sie habe sich an diesem besonderen Tag ein zweites Tic Tac gegönnt, Zitat einer anderen: „Guck dir mal ihre fetten Tic Tac Schenkel an!“ [so etwas werde ich Fräulein noch nicht defloriert demnächst auch einmal entgegen bringen.]

Zwischen den Übersetzungspausen, die eigentlich gar nicht vorhanden sein sollten, denn ich will nicht bis Ende des Unterrichts dort verweilen- in der Schule des Führers- reden wir dann weiter über solche Themen und dass Frau [...] deswegen ja ausschließlich Fahrrad fährt, um so eine halbe Tafel Schokolade abzustrampeln. Dazu meinte ich heute in einem sarkastischen Ton, der sie wohl sehr berührt hat und ich muss sagen, ich hatte ein wenig Mitleid mit ihrer naiven Art, als ich anmerkte, dass es eh nichts bringen würde.
Wie gesagt, solche Themen sind mittwochs von vier bis sechs Uhr an der Tagesordnung. Unteranderem erinnere ich mich daran, dass sie damals gefragt wurd,e was sie denn für einen schicken Blazer truge und sie antwortete doch tatsächlich:“Dankeschön, der ist von meinem Vater.“ Oh Maaaaaan. Die Frau ist Mitte vierzig und hatte noch niemals ein mit Blut gefülltes Stück Fleisch in ihrer Vagina. Zumindest tippe ich darauf. Wenn wir den Unterricht beginnen wollen und wir nicht sofort mucksmäuschenstill sind, bringt sie uns entgegen, wir sollen lieb sein, weil sie traurig sei. Oh nein, sie ist traurig. Prompt wird natürlich nachgefragt, ob es sich um ihren „Freund“ drehe. Natürlich lautet die Antwort ja. Wie ich diese Themen liebe und diese außerordentlich reifen Fragen, die das Dr. Sommer Team (haha xD ein Wortwitz, den leider nicht jeder verstehen kann) liebend gerne beantworten würde. Frau [...] fragt uns tatsächlich wann und wie sie ihrem Schatzi, der in meinen Augen nicht ihr Schatzi ist, sondern der Mann, von dem sie mal angedeutet hat, sie fände ihn interessant, aber er habe eine Ehefrau und sie wolle niemanden unglücklich machen, weil sie dann selbst unglücklich wäre (Wo bleibt da der Egoismus?), eine sms schicken kann und wann es unpassend sei. Dann heißt es, sie wolle ihm ja nicht auf die Nerven gehen, aber sie wolle auch nicht zu kalt sein.
Dann jedoch fragt sie, ob es nicht gut sei, wenn man die kalte Schulter zeige, da wir ihr schonmal gesagt haben, es wecke Interesse und man darf niemandem hinterher rennen blaa blaaa.
Alles in Frauenzeitschriften nachzulesen. Erfahrungen sammeln ist da doch aber das beste würd ich mal sagen. Jedoch hat diese Frau einfach keine. Ich frage mich, was sie in ihrer Jugend und vorallem Studienzeit gemacht hat? Ist diese Zeit nicht bekanntlich zur Promiskuitivität geschaffen?
Zurück jedoch zum Unterricht, auch Kaffeklätschen ohne Kaffee und Kuchen, jedoch mit Keksen und Schokolade, in dem man darüber diskutiert, wie die Delphine in die Thunfischdose kommen und wie viele Piercings ich doch habe und ob die nicht wehtun.
Ansich ist dieser Unterricht wirklich entspannend, aber Frau [...]s Naivität und Unerfahrenheit im Bezug auf das Leben können einen wirklich manchmal zur Weissglut treiben, vorallem wenn das Mädchen mit dem riesig großen männlichen Kinn kluge Ratschläge verteilt und sich wie heute in der Pause allein zu Frau [...] setzt, um mit ihr über ihre im Vorraus gescheiterte Liebesbeziehung im Privaten zu reden, da uns dies ja nichts anginge. Haha, was wir nicht sowieso schon alles wissen.
Ich glaube, die Frau hat einfach kein Leben und nutzt uns dazu, indirekte Lebenserfahrungen zu sammeln, ohne wirklich welche zu machen. Sie schwört auf uns. Sie braucht uns. Sie ist primitiv dumm.

10 comments 2007/11/28

Hebraeicum

Wer braucht denn heutzutage schon ein Hebraeicum, es sei denn man will den Kram studiern?! Richtiiiig. Keiner. Aber ich werde es sobald besitzen. Gleich werde ich mich wieder in den fraglichen Hebräischunterricht begeben, dem ich mich immer mit eisener Disziplin hinwenden muss, um als die Streberin schlechthin dazustehn. Sehr wohl, ich bin unter uns sieben Mitschülern Kursbeste und wenn ich nicht mündlich volle 15 Punkte erreiche, werde ich mich beschweren. Denn andere Mitschüler, die dort sitzen, nicht aufpassen, die Lehrerin, die eigentlich keine Lehrerin ist und jegliche Kritik am Unterricht persönlich nimmt, mit Halstüchern, Kalorien, Augenbrauenzupfen und Selbstverliebtheit verwirren und für sich gewinnen, stehen mündlich auch im Bereich sehr gut. Lehrer und nicht- Lehrer können einfach nicht objektiv und fair benoten.

Voller Vorfreude auf nachher werde ich mich natürlich nicht auf den Unterricht vorbereiten, denn heute werden andere gequält, die sich eine drei erkämpfen müssen. Eigentlich bereite ich mich ja sowieso nie vor. Und diese Frau merkt seit zwei Jahren nicht, dass ich die Übersetzungen der Texte jedesmal vor mir liegen habe.

Wenn sie das irgendwann einmal bemerkt, dann – und dafür lege ich meine Hand ins Feuer- wird sie sich persönlich angegriffen fühlen, eine Träne kullern lassen und mich trotzig keines Blickes mehr würdigen.

Das ist unser Hebräischunterricht.

2 comments 2007/11/28


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